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w-fFORTE Studien

Teams in der kooperativen Forschung. Kooperation, Konkurrenz, Erfolg, Führung


Diese Studie vermittelt Einblicke in die Prozesse und Herausforderungen
von Teams in der kooperativen Forschung (explorativer
Charakter) und identifiziert weiterführende Forschungsfragen.


Team-Struktur - Team-Identität: Der Team-Begriff in der kooperativen
Forschung erscheint sehr heterogen, er wird häufig entlang
eines subjektiven Zugehörigkeitsgefühls ausgebildet und
weniger entlang formaler Strukturen. Diese subjektive Definition
des relevanten Teams stellt dort Herausforderungen für die Team-
Leitung dar, wo es an einer gemeinsamen Identität entlang der formalen
Strukturen mangelt, gerade weil effiziente Team-Prozesse
einer gemeinsamen Team-Identität bedürfen. Diese wird vor allem
hergestellt über gemeinsame Forschungsziele bzw. Visionen, ein
ähnliches Arbeitsverständnis und ein gutes Arbeitsklima.
Kooperation – Erfolg – Konkurrenz: Kooperative Forschung erfordert
– aufgrund komplexer Fragestellungen vor allem im technischen
Bereich – fachübergreifende Zusammenarbeit in Teams,
meist über Instituts- und Organisationsgrenzen hinweg. Der Aufbau
vertrauensvoller Kooperationsbeziehungen ist eine essenzielle
Voraussetzung, die Zeit braucht, bis das Team gut arbeitsfähig ist.
Gefragt sind Team-Player, die fachlich und sozial dazu beitragen,
dass Team und Teamarbeit gut funktionieren. Eine Team-orientierte
Arbeitshaltung bedeutet, der Akquise (für das Team) und
dem Funktionieren des Teams Priorität einzuräumen gegenüber
dem individuellen Karrierefortschritt. Doch für diese Leistungen
fehlen entsprechende Indikatoren, die sie erfassbar und bewertbar
machen. Somit tragen sie zum individuellen Karriereerfolg nicht
bei, denn der individuelle Erfolg wird an Publikationen gemessen,
für die es in kooperativen Forschungsteams oft an Zeit mangelt.
Dennoch ist von Konkurrenz in der kooperativen Forschung kaum
die Rede, sie wird tabuisiert. Konkurrenz besteht am ehesten um
Ressourcen, um den Zugang zur Scientific Community oder zu
(potenziellen) AuftraggeberInnen.


Kommunikation – Wissenstransfer: Für die Weiterentwicklung
von Forschungsfragen und das Entstehen neuer, innovativer
Ideen werden informelle und formalisierte Kommunikationswege
genutzt. Team-Leitungen befinden sich in einem Suchprozess
nach effizienten Kommunikationsstrukturen, die um die Frage
kreisen, wie viel Raum und Zeit für Wissenstransfer/Kreativität/
Innovation nötig und welche Settings dafür förderlich sind.


Führung: Der Führung bzw. der Team-Leitung kommt eine steuernde
Funktion für Team-Prozesse zu. Sie entscheidet, welche
Leistung honoriert und wie Erfolg bemessen wird, wie also in
einem Team umgegangen wird in Hinblick darauf, dass „das Leistungsprinzip
letztlich noch immer zur Kooperation einlädt, das
Erfolgsprinzip hingegen Feindseligkeit stiftet“ (Neckel 2008:64).
Zwar konnten für diese Anforderungen einige gute soziale Praktiken
identifiziert werden (siehe Kap. 6.3; 6.4; 6.5), es besteht
aber Professionalisierungspotenzial in Führungs- bzw. Team-
Leitungsfunktionen. Denn in Teams der kooperativen Forschung
legitimiert sich Führung vorrangig über inhaltliche Expertise
bzw. Reputation, ein Verständnis über Führung als eigenständige
Qualifikation mit entsprechenden Skills ist wenig ausgeprägt.


Weiterer Forschungsbedarf besteht vor allem hinsichtlich des
Verhältnisses von Organisation und Team sowie im Vergleich
kooperativer Forschungsteams zu Forschungsteams in Universitäten und Unternehmen.